Räumungsarten

Betriebsauflösung

Auch: Geschäftsauflösung · Firmenauflösung · Betrieb auflösen

Eine Betriebsauflösung ist die vollständige Räumung und Verwertung eines Geschäftsbetriebs, inklusive Mobiliar, Maschinen, Warenbestand, IT und Archivmaterial. Sie unterscheidet sich von einer Wohnungsräumung durch Verwertungspotenzial, Datenschutzpflichten und meist engere Terminvorgaben.

Was bei einer Betriebsauflösung anfällt

Der Umfang hängt stark von der Branche ab. Ein Büro besteht im Wesentlichen aus Mobiliar, IT, Archiv und Küchenausstattung. Eine Werkstatt bringt Maschinen, Werkzeug, Rohmaterial und oft Sonderabfälle mit. Ein Ladengeschäft hat Ladenbau, Warenbestand, Kassensysteme und Beschriftungen. Ein Gastrobetrieb hat Grossküchengeräte, Kühlanlagen, Mobiliar und Geschirr.

Fast immer gehört auch Rückbau dazu: Beschriftungen entfernen, Trennwände abbauen, Bodenbeläge herausnehmen, Kabelinstallationen zurückbauen. Was genau verlangt wird, steht im Mietvertrag – oft ist der Rückbau in den ursprünglichen Zustand geschuldet.

Datenschutz ist Pflicht, nicht Option

Bei jeder Betriebsauflösung fallen Daten an: Personaldossiers, Kundendaten, Buchhaltung, Verträge, dazu Festplatten, Server, Kopierer mit internem Speicher und Backup-Medien. Diese Daten unterliegen dem Datenschutzgesetz und dürfen nicht einfach entsorgt werden.

Papier muss nach anerkannten Sicherheitsstufen vernichtet werden, Datenträger physisch zerstört oder zertifiziert gelöscht. Sie sollten dafür ein Vernichtungsprotokoll erhalten. Ein Anbieter, der Aktenordner einfach in die Mulde wirft, schafft Ihnen ein rechtliches Problem.

Aufbewahrungsfristen beachten

Nicht alles darf vernichtet werden. Geschäftsbücher, Buchungsbelege und Geschäftskorrespondenz unterliegen in der Schweiz einer zehnjährigen Aufbewahrungspflicht nach Obligationenrecht. Auch nach einer Betriebsauflösung müssen diese Unterlagen aufbewahrt bleiben – wir sondern sie aus und übergeben sie, statt sie zu vernichten.

Verwertung senkt die Kosten deutlich

Anders als bei Wohnungsräumungen ist bei Betriebsauflösungen oft substanzieller Wert vorhanden. Werkzeugmaschinen, Gabelstapler, Gastroküchen, Regalsysteme, Serverhardware und hochwertiges Büromobiliar haben einen realen Gebrauchtmarkt. Bei gut erhaltenen Betriebseinrichtungen kann der Verwertungserlös die Räumungskosten übersteigen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Ingenieurbüro in Dübendorf mit 400 m² Fläche wird aufgelöst. Inhalt: 22 Arbeitsplätze, ein Serverraum, ein Archiv mit rund 300 Laufmetern Akten, Küche und Sitzungszimmer. Die Arbeitsplatzmöbel gehen an einen Gebrauchtmöbelhändler, die Serverhardware wird zertifiziert gelöscht und verwertet. Aus dem Archiv werden buchhaltungsrelevante Unterlagen ausgesondert und dem Treuhänder übergeben, der Rest wird nach Sicherheitsstufe P-4 vernichtet – mit Protokoll. Dauer: vier Tage.

Häufige Fragen zu Betriebsauflösung

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